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Ambulatorium und TB-Center im 'Peter-Dürner-Zentrum'

Wegen der schreienden Armut, der Arbeitslosigkeit, der Gewalt und der mangelnden Ernährung ist die Bevölkerung sind die Menschen von Merka von vielen Krankheiten befallen. Behandelt werden müssen eine Vielzahl tropischen Erkrankungen wie Anemien, Wurmerkrankungen, Bilharzie, Malaria, Parasiten, Ruhren, Cholera, Tetanus, Lepra und Tuberkulose. Viele Krankheiten sind Folge von Unter- und Mangelernährung. Die Behandlungen sind einfach (ohne Technologie) und machen sich Erkenntnisse der Barfussmedizin eigen. So werden nicht nur Medikamente abgegeben und Laboruntersuchungen gemacht, sondern es wird auch gesalbt (zum Beispiel mit Ringelblumensalbe), Wickel und Kompressen mit Heilkräutern gemacht und auch geschröpft. Dazu kommen Unfallbehandlungen und Nachbehandlungen der Beschneidung von Mädchen, von Kriegsverletzungen bzw. Verletzungen als Folge von Clankämpfen.

Das Peter-Dürner-Haus ist das Zentrum von swisso-kalmo. Darin befindet sich ein grosses Ambulatorium sowie das TB-Center. Es liegt im westlichen Teil von Merka. 40 Mitarbeitende versorgen täglich eine Vielzahl von Patientinnen und Patienten. Ein Teil der Medikamente für die allgemeinen Behandlungen werden von der WHO zur Verfügung gestellt.

Brauchen die Allgemeinpatientinnen oder –patienten eine stationäre Behandlung oder eine Operation, können sie ins den Umständen entsprechend gut funktionierende, kleine Distriktspital überwiesen werden. Das notwendige medizinische Material für die Behandlungen oder Operationen wird dann auch von swisso-kalmo gestellt (weil dieses in der Regel im Spital fehlt).

Die wartenden Patientinnen und Patienten werden über Krankheitsprävention aufgeklärt (z.B. die Notwendigkeit des Abkochens von Wasser und Milch, Gefahren des Badens in stehenden Gewässern, Bedeutung der Körperhygiene).

Für die Behandlung der TBC-Erkrankten steh seit August 2002 im Peter-Dürner-Zentrum ein separates Gebäude zur Verfügung, mit 32 Betten, Behandlungs- und Aufenthaltsräumen, zwei Labors, einer Küche sowie Zimmer für Pflegende zur Verfügung. Diese Behandlungen dauern sechs Monate. In dieser Zeit muss eine ausgewogene Mindesternährung sichergestellt werden. Das World Food Programm (WFP) liefert einen Teil der Grundnahrungsmittel, die WHO stellt Medikamente zur Verfügung und seit 2005 konnte dank der Unterstützung des Global Fonds ein Arzt fest angestellt werden. Im Februar 2005 hatte Dr. med. Omar Bille die Arbeit aufgenommen. Die Zusammenarbeit mit ihm ist gut. Er hat Geduld, Interesse und ein grosses Wissen wie Medizin unter den kargen, somalischen Bedingungen optimal gemacht werden kann.

Pro Patientin und Patient wird eine Karte geführt, auf welcher die Behandlungen eingetragen werden. Die Behandlungen erfolgen grundsätzlich nicht gratis. Pro Patient sollte ein Betrag von 50 Rappen pro 4 Monate bezahlt werden (inkl. Laboruntersuchungen, Medikamente, Essen etc.). Da viele Kranke völlig mittellos sind wird rund ein Drittel gratis behandelt.